Ngakpa Rig’dzin Dorje mit Sohn Henry

Nga-la Rig’dzin Dorje

mit Sohn Henry

In diesem Bild trägt Henry einige aristokratische tibetische Kleidungsstücke, die ihm liebenswerter Weise von Robert geliehen wurden. Während Tibet unter chinesischer „Schutzherrschafft“ stand, gewährte einer der chinesischen Kaiser der tibetischen Aristokratie, als Zeichen von hohem Respekt, das Recht, gelben Seidenbrokat zu tragen. Dies war ansonsten ausschließlich das Privileg des Kaisers. Vier Jahre vor der Geburt von Henry sah Nga-la Rig’dzin Dorje in einem Traum seinen Sohn, wie er solch eine Tunika trug.

Die verheirateten Aro Lamas der Linie unterhalten sich ausgesprochen gerne über ihre Erfahrungen und Sichtweisen im Bereich der Kindererziehung, und sie genießen es, Zeit miteinander als erweiterte Familie zu verbringen. In Tibet gab es wesentlich mehr Familienlinien als allgemein angenommen wird, sowohl Mutter-Tochter Linien wie der Aro gTér, als auch Vater-Sohn Linien wie zum Beispiel die Familienlinie von Ngak’chang A-Kyong Düd’dül Dorje. Im Westen wird es sich erst herausstellen, ob es entgegen der kulturellen Norm jemals möglich sein wird, dass Eltern gleichzeitig als spirituelle Lehrer für ihre Kinder fungieren können; in der Art wie Jétsun Khandro Rinpoche auf ihren Vater Kyabjé Minling Trichen Rinpoche verweist. In dieser Linie könnte die Praxis der erweiterten Familie, welche an sich im Westen als kulturelles Modell verschwunden ist, dazu dienen, dass Kinder eines praktizierenden Elternpaares eine Beziehung zu erwachsenen Lehrern eingehen, die zwar nicht ihre eigenen Eltern sind, jedoch in einem engen Verhältnis zu ihren Eltern innerhalb der gleichen Linie stehen. Dies wäre nicht so verschieden dazu, dass die meisten westlichen Kinder mit mehreren sogenannten „Onkeln“ und „Tanten“ aufwachsen, die genaugenommen nicht Teil der Familie sind, sondern vielmehr alte Freunde der Eltern.