Kameras und Mikrophone sind künstliche Objekte, welche die Leute zwischen ihre eigenen Gesichter und die Gesichter ihrer Zuhörer positionieren. Als Reaktion auf diesen Einschub gibt es entweder eine stabile offene Kommunikation oder es kommt zu einem Rückzug in die Befangenheit. Offene Stabilität ist jedoch auch durch Bewegung gekennzeichnet. Manchmal ist der Praktizierende ein Spiegel der äußeren Realität; und manchmal ist die äußere Realität ein Spiegel für den Praktizierenden.
So schreibt Zhé-shen Gyaltsap Rinpoche in seinen Kommentaren zu Dorje Phurba: „Manchmal sammelt man in seiner Meditation alles in sich selbst. Manchmal meditiert man über die Komplexität. In jedem Fall ist immer alles sichtbar, wenn auch leer, ist immer alles leer, wenn auch sichtbar.&ldquo Diese beiden Aspekte, Weisheit und aktives Mitgefühl, wechseln sich ununterbrochen ab, als Verzierungen des natürlichen Geistes. Beobachten und beobachtet werden ist völlig äquivalent.
Die Praxis von Vajrayana erzeugt üblicherweise einen ironischen Sinn für Humor, wodurch andererseits die Praxis selbst erzeugt wird; denn Ironie befähigt zur Würdigung der Nichtdualität, wo zwei Gegensätze gleichzeitig wahr sein können, was wiederum zur Ironie befähigt. In Gegenden, in denen diese Form von Ironie fester Bestandteil der Kultur ist – wie zum Beispiel in der Form des jüdischen Humors an der Ostküste der Vereinigten Staaten – ist es umso leichter Vajrayana zu lehren. Ohne Humor ist selbst dem sutrischen Weg nur schwer zu folgen, weil die Gefahr besteht, sich eine „künstliche buddhistische Persönlichkeit&ldquo zuzulegen. Diese künstliche Persönlichkeit hat mitunter folgende Eigenschaften: Selbstzufriedene Feierlichkeit, künstliche Ernsthaftigkeit, spröde Einfachheit, anmaßende Rhetorik, großtuerische Religiosität. Die Lamas der Aro gTér Linie sind bekannt dafür, das Bestehen solch künstlicher Persönlichkeiten zu allen möglichen Gelegenheiten durch ihren Humor zu unterminieren.